Haiku feiert den 3. Geburtstag Erstellt am 25/08/04 um 07:33:53 CET von Babbsack

Vor 3 Jahren wurde das ehrgeizige Projekt gestartet eine Opensourceversion von BeOS R5 zu schreiben. Grund genug, um einmal die Ergebnisse der letzten drei Jahren zu begutachten. Michael Phipps resümiert auf haiku-os.org die Erfolge und kombiniert dies mit einen Hilfeaufruf. Diese drei Jahre lassen aber auch andere nachdenklich werden und so hat auch Eugenia Loli-Queru auf Osnews.com ihre Gedanken zu BeOS, Zeta und Haiku hinterlassen.


Kommentare

Eugenia ...

Geschrieben am 25/08/04 um 09:30:17 CET von Andre Stark

... verstehe ich irgendwie nicht. Da hackt sie auf denen rum die noch nicht von Zeta überzeugt sind und es deshalb (noch) nicht kaufen, gleichzeitig räumt sie selber Zeta aber keine Überlebenschance ein.
Auf HAIKU wird gleich nur rumgehackt, geht alles zu langsam und ist ehh veraltet, andere machens ja viel besser.
Was für einen Sinn macht es denn so auf jedem Nachfolger seines Leiblings-OS, wie sie oft betont rumzureiten??
Also ich bin zur Zeit der Meinung das wir noch alle drei benötigen. BeOS ist bewährt, läuft stabil und ist einfach geil. Durch HAIKU wurde sicherlich stark die weitere Treiberentwicklung auch außerhalb des Projekts gefördert, erst dadurch läuft BeOS auf vielein modernen Maschinen. Und Zeta bringt einfach frischen Wind und neue, wenn auch wirklich noch nicht perfekt stabil laufende, Technologie mit _und_ macht einfach enorm viel Spaß.

So, back to job ... Andre


Nun,

Geschrieben am 25/08/04 um 10:44:29 CET von Peter Stegemann

es gibt schon Gruene, auf haiku rumzuhacken. Z.B. der, dass Michael Phipps in den ersten OpenBeOS-Tagen jede Kritik am von ihm eingeschlagenen Kurs mit der Begruendung erstickt hat, in einem einzigen Jahr waere OpenBeOS komplett und dann koennte die R2 angegangen werden. Durch seine Art hat er nicht nur viele Entwickler verschreckt, er hat mit seinem Kurs auch dafuer gesorgt, dass nach 3 Jahren Entwicklung eigentlich noch immer keine Resultate wirklich nutzbar sind. Ein alternativer Weg waere gewesen, sich auf einzelne, wirklich schraege Kits zu konzentrieren und so die R5 stetig zu verbessern und von oben nach unten zu ersetzen. Das haette dann bedeutet, die Kraefte auf MediaKit, NetServer und vieleicht GL zu konzentrieren, wovon wir heute schon massiv profitieren koennten. Es haette eine solidere Variante des yellowTab-Kurses sein koennen - so aber steht OpenBeOS in 2-3 Jahren (2006) als Reimplementation eines Systems da, das 1999 schon nicht mehr auf der Hoehe der Zeit war.


Wer hält denn noch Termine ein?

Geschrieben am 25/08/04 um 11:23:43 CET von Andre Stark

Mir ist schon sehr lange kein größeres Projekt im EDV-bereich mehr vorgekommen das pünktlich ohne Terminverschiebeung fertig wurde. Beispiele gibts genug, bei mir in der Firma, bei ganz großen wie Microsoft, IBM, bei OpenSource wie HAIKU, auch wenn ich den Anfang von OpenBeOS nicht besonders verfolgt habe, und ich glaube Zeta hätte auch schon fertig sein sollen. Von daher gebe ich nix mehr auf Termine, heißt ja auch so schön "Es ist fertig wenns fertig ist."
Abgesehen davon finde ich den Vorschlag immer einzelen BeOS-Kits gezielt anzugehen, zu verbessern und zu ersetzen sehr gut, hätte wahrscheinlich schneller Erfolg versprochen.


schwierig...

Geschrieben am 25/08/04 um 11:38:00 CET von Stoertebeker

Das gesamte Thema Haiku ist ehrlich gesagt recht schwierig.

Wie sie bereits - wenn auch für sie typisch - bedingt klarstellte: Es GIBT eine neue Version von BeOS, Zeta, sie IST da, sie löppt auch soweit.

Die Ziele, die sich die OpenBeOS - Vorderen gestellt haben, wurden nicht erfüllt. Eugenia's Hinweise auf die anderen Hobby OSse sind daher auch sinnvoll.

Sie argumentiert etwas falsch, denn Haiku ist im Grunde notwendig, auch für Zeta, wenn sie nicht jahrelang weiter Lizenzen an Palm abdrücken wollen. Und das sind ja auch nur Gelder, die einen Erwerb zur Berechtigung am Ändern am SC und Vertrieb von Zeta geben, welche immer wieder erneuert werden müssen.

Und mit dem Steigen der Umsatzzahlen von yT wird auch Palm nicht pennen und die Lizenzgebühren früher oder später erhöhen.

Haiku ist notwendig für Zeta, wen sie nicht jeden kleinen Translator selbst entwickeln wollen oder jede frotzelige kleine System App.

Dadurch kann man sich wichtigeren Aufgaben widmen, wie z.B. das OS in den Mediaservices wieder auf den alten Abstand zu den anderen OSsen zu bringen oder an einem neuen Kernel zu arbeiten.

Ob Haiku dabei jemals die R1 sieht, ist eine berechtigte Frage. Das Team ist kein Team an sich. In den Mailinglisten liest man regelmäßig, wie der eine Developer von einem Projekt zum anderen springt, weil er mal parallel privat an einer Sache arbeitet, die er persönlich braucht.

Eugenia ist auch nicht im Bilde über den wirklichen Fortschritt einiger Kits, auch das hat ihre 'Nachlese' gezeigt (z.B. das Mediakit, welches sehr gute Fortschritte macht, wie wir bei BG sehen konnten). Es ist Ihr auch soweit zu verzeihen, da sich ihr Interessenfeld und der tägliche Umgang mit den unterschiedlichen OSsen doch erheblich geändert hat (hauptsächlich Gentoo Linux/Win2K/OS X).

Nicht verzeihen kann man das Herauspicken einer einziger Haiku - Größe wie Axel. Die Liste der fähigen Programmierer ist zwar nicht nicht lang, aber eine differenziertere Aussage hätten dieEntwickler verdient. Menschen wie Marcus, Michael, BGA, Stefan, Nathan, Francois und wie die stetigen noch weiter heißen, sind brillante Köpfe, die erwähnt werden müssen mit Axel zusammen.

Aber darum ging es ihr ja nicht - sie wollte nur zeigen auf welch überflüssigen Bein Haiku heute stehe.

Zur Integration von Haiku Kits in Zeta: Apple hat sich auch keine Mühe gemacht, und das gesamte Subsystem eines fertigen Unix Clones einen überarbeiteten NexT - Aufsatz verpasst. Wieso sollte sich yT nicht an Haiku Komponenten bedienen? Somit ist die Sinnfrage Eugenia's nach Haiku auch nicht reflektiert.

Das Problem heutzutage ist, das alle Welt auf DAS Haiku wartet, was dumm ist, weil es Zeta gibt, das hat sie ja auch beschrieben.

Interessant wird es eigentlich, wenn es eine 'OSBOS Conference' gäbe, wo man eine interne Roadmap zusammenstrickt, zusammen mit der Offiziellen Marktvariante von BeOS Nachfolgern von yT.
Doch dazu gehört zuallererst Diskretion, Einhaltung von Spielregeln, einigermaßen Einhalten von Roadmaps und das Wissen um die Tatsache, das nur professioneller Vertrieb und professioneller Support ein Überleben garantiert. Man stelle sich mal die Lunix - Entwicklung ohne professionellem Support und professioneller Finazierung vor.

Dies sehe ich z.Zt. leider nur bei yT verwirklicht, und das auch nur im Rahmen ihrer beschränkten finanziellen Mittel.

Aber solange hier Kakophonie im BeOS-Lager vorherrscht, wird kein Sun,HP,etc. mit 'ner ordentlichen Finanzspritze, professionellen Anwendung oder Developper Support kommen.


Interview mit Axel D

Geschrieben am 26/08/04 um 21:01:13 CET von matthias@technoids

Hallo.

Ich hab mal ein Interview mit Axel Dörfler gemacht. Da kann man die Intentionen von HAIKU (OpenBeOS) gut nachvollziehen. Es geht um die saubere Reimplementierung der R5 API. Problem bei BeOS war stehts das geniale Design der API und die Stellenweise schlampige Umsetzung der Kits. Und genau diesen Punkt greift HAIKU an. Was nützt ne tolle API wenn sie nicht funktioniert.

Was BeOS im fortschreitenden Internetzeitalter alt aussehen lies, war vor allem der net_server. Selbst Stoertes Lieblingsopfer Apple hat es geschafft bei einem uralten System wie MacOS einen einwandfreien, stabilen und ausreichend schnellen Netzwerkstack zu implementieren.

Insgesamt sehe ich HAIKU als Hobbyprojekt von Freiwilligen, die sich einer schwierige Aufgabe widmen. Ob es aus technischer Sicht Sinn macht ein 5 Jahre altes System neu zu implementieren, ist vielleicht fraglich - aber manche Teile von BeOS sind eben unerreicht.

Ich kann nur jedem empfehlen ZETA zu kaufen und nicht auf HAIKU zu warten - das ist eine Milchmädchenrechnung die nicht aufgehen wird.


re: schwacher net_server

Geschrieben am 26/08/04 um 23:45:20 CET von Stoertebeker

In der Tat - das war echt paradox. Das multimedialste Profi-OS IRIX hat meines Wissens den besten und stabilsten Netstack wo du bekommst...

Korrektur zu Apple, Matze: die ham da nix implementiert. Das ist FreeBSD 4.3-4.5 pur im Subsystem. Da hat man das Geld das sie ja nun wirklich haben (verglichen zu Be damals) dafür verwendet, einen aufgemöbelten NeXT-Aufsatz (geniales OS btw.) auf FreeBSD zu implementieren.

Da is nix mit Netstack implementieren bei Apple. Benutzen wohl eher. Aber auch Linux hat ja bekanntlich grosse Portionen seines TCP/IP Stacks geklaut von BSD (Linus, Du Bösewicht).

Aber was macht man mit sauber und gut implementierten Kits auf der API eines OSses das 1999 noch einigermassen aktuell war?

Vielleicht ist Da Matthias' Ansatz von Hoobyprojekt so am sinnvollsten.

Im Hintergrund natürlich das Wissen, das Zeta sich am Haiku Arsenal wo es geht bedienen kann (und wird)...


OT: IRIX

Geschrieben am 27/08/04 um 08:27:43 CET von bones

...IRIX als "Das multimedialste Profi-OS IRIX" zu bezeichnen, finde ich etwas übertrieben. Es ist ein OS, das seine guten Zeiten hinter sich hat und sicherlich bald eingestampft wird (bzw. nur noch auf den Hochleistung Simulations Numbercrunchern von SGI läuft). Unter Multimedial verstehe ich mehr als den Umgang mit Video und Grafikdateien (ob schon, es das von allen OSses mit IRIX am besten geht/ging ;)

Ich sehe für IRIX schwarz. Die Kunden haben es satt, für Performence immense Summen auszugeben. SGI war schon immer etwas teuer - damals vllt. berechtigt. Aber jetzt mit Opteron &Co. werden die Workstation der Zukunft damit bestückt und unser aller LieblingsOS kommt zum Zuge: LINUX ! ;)

Traurig, aber war. Discreet z.B. setzt mehr und mehr auf Linux+x86 Hardware.

...Zeiten ändern sich.


re:bones [ot]

Geschrieben am 27/08/04 um 11:42:01 CET von Stoertebeker

..wahr gesprochen. Ändert aber nichts an der Tatsache mit dem besten Netstack.

"...Zeiten ändern sich" - siehe Verlage & Druckbetriebe (reges Apfelsterben).

SGI wird sicherlich in seinen exklusiven Bereichen unerläßlich sein (Simulationen, Kartographie, Militär, Naturwissenschaft, Pharma, Chemie, etc. etc.). Doch eine 'Tezro' kann sich ein MM-Betrieb nicht mal eben zu 10t hinstellen. 150.000 Euronen sind da auch mal eben weg für die Hardware+OS der Workstations, ohne spezielle Applikationslizenzen. Dafür hat er dann dafür auch den finanz. Profit der Zeiteinsparung, die 10 Kisten werden mit schlappen 40x 64-bit Alpha CPUs a 800MHz betrieben. Natürlich könnte man dafür 50 Arbeitsplätze mit Linux u. x86-HW oder Apple hinstellen, die das dann auch irgendwie hinkriegen. Nur wer bezahlt der Firma dann die 40 zusätzlichen Fachkräfte?

Die akkurate und leichtfüssige Arbeit mit Video und 3D-Visualisierung allerdings ist etwas, wo man in den Mainstream (Desktop) OSsen meilenweit entfernt ist.

Und mit OpenGL 2.0 wird das nicht besser (Abkehr von der hohen DirectX Kompatibilität des OpenGL 1.2-1.4 zur besseren Plattform-Portabilität), was den Vorteil hat, das auch OS X (wenn Sie denn dann noch den finanz. Atem für eine eigenständige HW-Plattform noch haben werden, was ernsthaft bezweifelt werden sollte), Solaris, HP-UX, FreeBSD und Linux einen besseren Ausgangspunkt in der entsprechenden Anwendungsoptimierung verschaffen wird (welches Dein Hinweis des kompletten Kippens zu SGI nach Lunix untermauert-wenn auch nicht so bald).

Wie Haiku da nun so reinpassen soll weiß ich nicht. Diese überall präsente, nervende Dokumentationslosigkeit in der BeOS Programmierung z.B. erinnert mich an Yoda und das Weitergeben der Lehre Jedi-Religion....

Wie so eine Entwicklerplattform geschaffen werden soll, ist mir schleierhaft....


Lieber Störte

Geschrieben am 28/08/04 um 12:15:28 CET von matthias@technoids

Ich meinte natürlich das original MacOS und nicht MacOS X.

Als NeXT geschaffen wurde, gab es FreeBSD übrigens noch garnicht.